Am Donnerstag, den 23. Juli, startete die Reise zum Jubiläumstreffen im Schwarzwald. Unser Abenteuer mit Opel Rekord C begann in Solingen.
Bereits an der ersten Station, der Raststätte Solingen-Ohligs West, traf ich auf Arnd und
Christiane Löbbert. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. An der Raststätte Peppenhoven stieß schließlich Mark Stribos aus Weert (Niederlande) zu unserer kleinen Kolonne. Trotz eines kleinen Zwischenstaus verlief die Fahrt absolut problemlos, bis wir unser erstes Etappenziel zur Zwischenübernachtung in Heidelberg erreichten.
Auch wir starteten unsere Anreise am Donnerstag Richtung Süden. Nur wir mussten uns eine Unterkunft außerhalb von Heidelberg suchen. So stoppten wir in Hirschberg an der Bergstraße. Auch hier konnten wir einen schönen Abend mit einem leckeren Abendessen und einem Glas Wein ausklingen lassen. Leider geschah hier ein Missgeschick, welches sich erst am kommenden Morgen zeigte. Nach dem Frühstück wollten wir unser Gepäck in den Commodore verstauen. Hier musste ich feststellen, dass ich nur noch das Oberteil des Schlüssels am Bund hatte.!! Wo ist der Rest geblieben????? Lange Rede, kurzer Sinn. Er steckt im Schloss des Kofferraums. Einen Ersatzschlüssel habe ich schon vor langer Zeit am Auto platziert. So konnten wir das Auto öffnen und das Starten war auch möglich. Zu allem Übel muß ich aber an den Kofferraum. Dort lagert das restliche Gepäck und dringende Medikamente in einer Kühlbox. So begann das Ausräumen des Autos und die Entfernung des gesamten Rücksitzes. Nur so war es möglich, an das Schloss des Kofferraums zu gelangen. Es gelang uns und der Laderaum war offen. Kurzerhand wurde der Zylinder ausgebaut und das Schloss mit einem Schraubendreher geöffnet. So vergingen einige Stunden, bis wir uns auf den Weg nach Deißlingen machen konnten. Aber hier stelle ich mir die Frage? Was hätte ich bei einem neueren Fahrzeug gemacht????? So erreichten wir das Hotel Hirt erst gegen 18:00 Uhr, wo wir schon erwartet wurden.
In Heidelberg wiederum vergrößerte sich unser Kreis schlagartig: Die Freunde Bernd und Doris Hagedorn aus Lübbecke sowie Martin Heuer, Andrea Taschner und Silke Hesse aus Lemgo bzw. Paderborn stießen zu uns. Nach einem gemütlichen gemeinsamen Abend ging es am Freitagmorgen weiter in Richtung Deißlingen.
Herzlicher Empfang im Schwarzwald
In Deißlingen wurden wir bereits freudig von Stephan Kienzler erwartet. Nach einer kleinen, zünftigen Stärkung in der urigen Bahnhofswirtschaft bezogen wir unser Quartier im Hotel Hirt in Deißlingen. Der Freitagabend stand ganz im Zeichen des Wiedersehens: Rund 45 historische Fahrzeuge und ihre Fahrer aus der Schweiz, aus Frankreich, den Niederlanden und aus allen Ecken Deutschlands reisten an. Bei einem leckeren Abendessen im Hotel wurden die ersten intensiven „Benzingespräche“ bis tief in die Nacht geführt. Spätestens hier wurde jedem klar, warum diese Klassiker für Stephan und uns zu den „schönsten Autos des Universums“ gehören.




Uhren, Kultur und Teilemarkt am Samstag
Der Samstag begann mit einer gemeinsamen Ausfahrt nach Schwenningen. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Lebendigen Uhrenindustriemuseums Villingen-Schwenningen. Es war faszinierend zu sehen, wie dort heute noch 60 bis 80 Wecker pro Jahr in echter Handarbeit an historischen Maschinen entstehen. Sämtliche Teile des Weckers werden dort von ehrenamtlichen Ex-Mitarbeitern gefertigt. So dauert die Lieferung eines bestellten Weckers 6 bis 8 Monate (wir haben es trotz der langen Lieferzeit gemacht). Das ist eben echte Handarbeit.
Zum Mittagessen steuerten wir die Gaststätte Wildpark an, wo uns neben kulinarischen Stärkungen auch ein kleiner Teilemarkt erwartete – die perfekte Gelegenheit, um noch ein Ersatzteil einzukaufen. Eine anschließende Stadtführung durch Schwenningen rundete das Nachmittagsprogramm ab. Der Abend klang genauso gemütlich aus, wie der vorherige aufgehört hatte: mit hervorragendem Essen im Hotel Hirt und tiefen Fachgesprächen.






Stephans Wunsch war, uns einerseits zu zeigen, dass die Uhren in unseren OPEL-Wagen in der Uhrenstadt Schwenningen am Neckar hergestellt wurden. Andernseits sollte seine Geburtsstadt „dauernd“ mit vielen Rekord C und Commodore A (und einem Admiral B) durchkreuzt werden. Was laut Zeugenberichten wohl auch geklappt hat.
Mit dem ältesten Rekord – Erstzulassung 1.11.1966 (!) – kam Karin Schäffer aus Hannover angereist. Um ein Haar von fünf Kilometern hätte sie auch die Ehrung für die weiteste Anreise bekommen. Aber diese ging dann doch an Stefan Sauer und Stephanie Hofer aus Hannover. Mit 16 (!) Rekord und Commodore und sogar einem Ranger und einem Cabriolet war die Sektion Schweiz vertreten. Auch einen Leichenwagen aus Frankfurt konnten wir bewundern.
Abschlussbilder und Technik-Tücken auf der Heimreise
Am Sonntagmorgen (26.07.) versammelte sich die gesamte Kolonne für das traditionelle Abschlussbild auf dem Gelände des traditionsreichen Opel-Partners Autohaus Roth GmbH & Co. KG in Deißlingen. Danach trennten sich die Wege langsam. Ein großer Teil der Gruppe nutzte die Gelegenheit, um das beeindruckende Auto- und Uhrenmuseum ErfinderZeiten im nahegelegenen Schramberg zu besuchen. Und so gab es völlig ungeplant doch noch eine Ausfahrt. Das Bemerkenswerte daran war, dass unsere Schlange auf der gesamten rund 30 Kilometer langen Strecke an keiner Kreuzung zerrissen wurde. Nur einmal hatten wir einen Zafira zwischen uns, dessen Fahrer aber erkannte, was sich vor und hinter ihm auftat. Relativ spektakulär fuhr er in eine Staubwolke gehüllt an die Seite und ließ uns vorbei.





Schließlich machten wir uns gemeinsam mit Axel Prietz, Bernd Radau, Frank und Sabine Rusch sowie Mark Stribos auf den Rückweg. Für meine Frau und mich war erneut eine Zwischenübernachtung in Heidelberg eingeplant. Doch ein Oldtimer-Ausflug wäre kein echter Ausflug ohne eine kleine technische Herausforderung: In einem zähen Stau kurz vor Stuttgart ging unser Rekord im Leerlauf plötzlich aus und verweigerte den Dienst.
Bernd Radau eilte auf dem Standstreifen zur Hilfe und rettete die Situation, indem er kurzerhand die Leerlaufdrehzahl anhob. Die Fahrer der drei anderen Fahrzeuge unserer Gruppe meldeten sich telefonisch, warteten geduldig am nächsten Parkplatz auf uns und begleiteten uns anschließend sicher bis nach Heidelberg.
Echte Kameradschaft bis vor die Haustür
Wie tief der Zusammenhalt in unserer Typgruppe verwurzelt ist, bewies auch das Finale unserer Heimreise. Karl Heinz und Barbara Hahne aus Dolberg bei Ahlen (Westfalen) ließen es sich nicht nehmen, uns von Heidelberg aus extra bis zum Kreuz Leverkusen zu begleiten. Sie wollten absolut sichergehen, dass der Rekord nach den vorherigen Leerlauf-Problemen gut ankommt, falls doch noch irgendetwas mit dem Wagen sein sollte – und das, obwohl diese Begleitung für die beiden sogar einen spürbaren Umweg bedeutete!
Fazit: ein grandioses Jubiläum, fantastische Autos und eine unvergleichliche Clubgemeinschaft, die auf jedem Kilometer bewiesen hat: Mit der ALT-OPEL IG ist man eben niemals allein!
Herzlichen Dank, lieber Stephan Kienzler, für das gelungene Treffen.
von Karl Heinz Hahne und Udo Feck