Im hohen Norden….

war am 3. Juniwochenende unser diesjähriges Treffen der Typengruppe 1,2 Ltr., P4 und 1,8 Ltr..

Detlef Zeidler und Tochter Ulrike Stohlmann hatten nach Wanderup bei Tarp (Nähe Flensburg) eingeladen. Oftmals haben die beiden aus dem nördlichsten Zipfel Deutschlands mit die weiteste Anreise, doch diesmal machten sich 22 Gespanne mit Oldtimern zu ihnen auf den Weg. Unseren Schweizern Daniela und Fredi Senn schreckte der lange Anfahrtsweg nicht ab, sie waren 2 Tage unterwegs um das erste Mal das Meer zu sehen. Auch wir hatten uns, wie mehrere Clubkollegen, auf eine ganze Woche Urlaub eingestellt und reisten daher schon Sonntags an. Bevor wir unsere Ferienwohnung in Handewitt beziehen konnten, trafen wir uns mit unserem Mitbewohner Alexander Kern zum Frühstück in Tarp.

Für die Oldtimer war sogar an unserem Domizil Parkplatz vorhanden. Die Anhänger jedoch verbrachten die Wartezeit am ländlich gelegenen Hotel Godenhof, der diesjährige Treffpunkt für alle Teilnehmer. Auf dem großen Areal war genug Platz für alle Fahrzeuge was das Herz des Oldtimer-Liebhabers höher schlagen lässt, wenn die Vorkriegsschätzchen aufgereiht nebeneinander stehen. ☺

Bis zum offiziellen Beginn des Treffens war noch genug Zeit für Unternehmungen. Je nach Vorlieben und Interessen fanden sich die einzelnen Grüppchen zusammen und besuchten an der Nordsee Dagebüll, Föhr oder Husum. Die Flensburger Förde lockte mit der Halbinsel Holnis, die Schlei mit Kappeln und in Schleswig bot die Museumsinsel Schloss Gottorf einen Einblick in die Geschichte der Region. Absolutes Muss: eine Tour nach Dänemark! Durch den Tipp von Alexander waren wir auf der Insel Rømø. Dort gab es einen phänomenal breiten Sandstrand wo man quasi bis an die Wasserkante mit dem Auto fahren konnte. Da die Windstärke passt, zauberte er diverse Drachen aus seinem Kofferraum, die wir daraufhin auch steigen ließen. Welch ein Erlebnis…. Wir hatten Spaß satt…..

Eine weitere Tour führte uns auf die dänische Seite der Förde nach Sønderborg, eine Jugendstil-Stadt mit Museum im Schloss und einer gut erhaltenen Windmühle.

Einen Vormittag hatten wir für die Interessierten einen Besuch mit den Oldtimern bei Autoteile Matz in Flensburg organisiert. Diese Adresse ist für jeden Alt-Opelaner unverzichtbar und oftmals der letzte Retter in der Ersatzteil-Not. Florian Matz und Sven Averkamp konnten nun auch mal die Ergebnisse ihrer Arbeit hautnah erleben. Sie zeigten uns ihrer schier endlosen Hallen mit unzähligen Artikeln, ein Männer-Paradies ohnegleichen. Bei Kaffee und Keksen wechselte so manches Teil den Besitzer, solch eine Gelegenheit würde so schnell nicht wiederkommen.

Am Donnerstag trafen nun auch die letzten Teilnehmer ein und die Freude über das Wiedersehen war beim gemeinsamen Kaffeetrinken groß. Neben den üblichen Unterlagen von Programm und „Fahrplan“ gab es noch DIE regionale Spezialität im Sixpack: Flensburger.

Dies konnte beim Abendessen im Landguthotel Westerkrug bei den ersten Benzingesprächen schon einmal vom Fass vorgekostet werden.

Freitag startete die erste Ausfahrt Richtung Nordsee. Über Goldelund, in Dagebüll am Fährhafen nach Föhr und Amrum vorbei, führte unser Weg zum Gasthof Südwesthörn zum Mittagessen. Auf dem Außendeich im Nationalpark Wattenmeer, irgendwo im Nirgendwo, bietet das geschichtsträchtige Gasthaus regionale Küche zu moderaten Preisen an. Daneben befindet sich die meist leere Badestelle Südwesthörn, der nördlichste Badestrand Deutschlands, wenn das Wasser da ist und das Wetter mitspielt. Mit uns hatte es der Wettergott diesmal nicht gut gemeint. Windig, kalt und Regen war ein ständiger Begleiter auf diesem Treffen, doch in einem trockenen Moment entstand ebendort auf der Terrasse des Lokals unser diesjähriges Gruppenfoto. 

Weiter ging es am Wehler Wasserloch vorbei und ein kurzer Halt am Hochwasserdenkmal bei Stedesand erinnerte an die historische Sturmfluten.

Damit die süßen Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen, fuhren wir durch so klangvollen Ortschaften wie Knorburg, Riesbrick und Großenwiehe nach Christas Cafe. Für uns Oldtimer-Liebhaber war das Retro-Ambiente ein Volltreffer. Dort fühlte man sich wie in Oma´s Wohnzimmer und so manches Kaffeegedeck, was sonst auf dem Sperrmüll landet, fand hier ein zweites Leben. Unzählige Kaffeekannen waren liebevoll in jeden freien Winkel des Gastraumes dekoriert und es gab Kaffee bis zum Abwinken. Bei so vielen köstlichen Torten, alle in Heimarbeit hergestellt, fand jeder seinen Favoriten. Die Rückfahrt zum Godenhof war nicht mehr weit und Abends trafen wir uns erneut im Westerkrug zum Abendessen und konnten gemeinsam den Tag Revue passieren lassen.

Am Samstag führte uns die Tour in entgegengesetzte Richtung über Eggebeck, Schuby und Hüsby (wieder so schöne Ortsnamen für uns Rheinländer☺) zur Schlei zum Wikinger Museum Haithabu. Seid 2018 in der Welterbeliste der UNESCO aufgenommen, gehört es zu den bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands mit einem Ausstellungshaus und einem Freigelände, wo 7 Häuser und eine Landebrücke nach originalen Funden rekonstruiert wurden. Dies ermöglicht einen historisch wertvollen Einblick in das Leben der Wikinger. Sehr interessant und lehrreich.

Auf der weiteren Route blieben wir der Schlei treu. Am vorhin schon erwähnten Schloss Gottorf vorbei, durch Füsing, Ulsnis und Gunneby hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf den schmalen Meeresarm der Ostsee. In Steinfeld erwartete uns der Landgasthof Jägers Ruh mit ebenfalls selbstgebackenem Kuchen. Aus Interesse schauten wir trotzdem einmal in die Speisekarte, dort wurde bodenständige norddeutsche Küche angeboten. Zur ungewöhnlichen Geschichte des Hauses gehörte der Umstand, das während der Kriege die Gefangenen dort untergebracht waren und das heutige Kaminzimmer seinerzeit ein Gefängnis war.

Die Rückfahrt nach Wanderup führte uns über Uelsby, Schnarup-Tumby, Havetoft und Keelbeck das letzte Mal durch das Schleswig-Holsteinische Hügelland und die Geest.

Im Hotel Godenhof angekommen wurden schon teilweise die Oldtimer verladen und weitere Vorbereitungen für die Abreise am kommenden Tag getroffen.

Doch vorher hatten wir noch unseren Abschlussabend, diesmal im Hotel, mit Spanferkel und weiteren Leckereien.

Fazit des Wochenendes: Es waren keine technischen Ausfälle zu beklagen. Aufgrund dessen wurde unserer Lumpensammler Thomas Stohlmann, der die letzten 2 Tage in Rufbereitschaft verbracht hat, nicht benötigt.

Ulrike und Detlef hatten ein tolles Treffen auf die Beine gestellt und uns mit schönen Touren ihre Region nähergebracht. Vielen Dank dafür. Wenn sie Einfluss auf das Wetter gehabt hätten, wäre dies, hundertprozentig!, besser ausgefallen…

Und, unsere nächste Verabredung in dieser Runde ist gesichert. Im kommende Jahr laden Karin und Hubertus Weber nach Cottbus und in den Spreewald ein. Wie schön, dort waren wir noch nie!

Auch der letzte gemütliche Abend ging zu schnell zu Ende und so hieß es Abschied nehmen. Alle Teilnehmer sind wieder gut zu Hause angekommen und wir hoffen auf ein gesundes Wiedersehen 2025.

Wir freuen uns schon drauf, denn… nach den Treffen ist vor dem Treffen.

Ulrike *5478 und Andreas Robert *3031

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