Fachwerkromantik in Waldhessen …
… erwartete uns beim 29. Alt-Opel Typengruppentreffen 1,2 Ltr., P4 und 1,8 Ltr. in Rotenburg an der Fulda. Elke und Uwe Eckhardt hatten für Juni 2023 in das alte Landgrafenstädtchen ins mittlere Fuldatal eingeladen.
Wie schon in den Jahren zuvor beabsichtigten wir, mit den befreundeten Familien Kliem und Vogeleit den Aufenthalt auf eine komplette Woche auszuweiten, damit sich die Anreise per Gespann auch lohnt. Unser diesjähriger Unterkunftsbeauftragter Gerd hatte einen guten Job abgeliefert und eine kleine, schnuckelige Pension, ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, im historischen Stadtkern an der alten Brücke ausfindig gemacht. Dort wurden wir von der Familie Sippel frühstückstechnisch nach Strich und Faden verwöhnt.
Der Haupttreffpunkt für die Typengruppe war Göbel´s Posthotel und die Wohnmobilisten hatten mehrere Möglichkeiten. Der Wohnmobilstellplatz in 1,5 km Entfernung oder der Campingplatz mit ca. 600 m, auch fußläufig erreichbar. Dort war außerdem eine Wiese für die Anhänger reserviert, weil das Hotel nicht so viele Parkplätze für Alltagsautos und Oldtimer zur Verfügung hatte. Dies Problem konnte Uwe im 3 km entfernten Partnerhotel Rodenberg lösen. Dort gab es eine riesige Tiefgarage in dem wir unsere motorisierten Schätzchen, zur Zufriedenheit aller, kostenfrei unterstellen konnten.
Die Zeit bis zum offiziellen Beginn des Treffens nutzten wir für ausgiebige Ausflüge nach Spangenberg, Tann oder zur Wasserkuppe. Genauso erkundeten wir Rotenburg und waren überrascht über die vielen (ca. 350 Stück!) erhaltenen Fachwerkhäuser. Wir lernten später, dass durch diese Region ein Stück der deutschen Fachwerkstraße verläuft.
















Am Donnerstag war es endlich soweit und es reisten nach und nach die weiteren Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen an. Schön sie alle wiederzusehen!
Zum Abendessen waren wir komplett, sogar mit einem Geburtstagskind. Unser diesjähriger ältester Teilnehmer, Martin Papenfuß, hatte sich an seinem Ehrentag aus Bad Düben auf den Weg gemacht um beim gesamten Treffen anwesend zu sein. Des Weiteren teilte Uschi Silbernagel den Opel-Kameraden eine Änderung in der Typengruppe mit: Ihr Mann, Hans, zieht sich aus dem operativen Geschäft etwas zurück und neuer Ansprechpartner ist sein Co-Referent Andreas Robert. Dieser stellte sich noch einmal mit einer kurzen Rede vor, ehe es in den gemütlichen Teil des Abends überging. Wir hatten uns ja alle sooo viel zu erzählen…
Freitag, 9 Uhr Abfahrt an der Tiefgarage mit der Auflage, den Oldie vollgetankt zu haben…. Ziel war Bad Sooden-Allendorf und der Weg führte uns durch kleine Dörfer und malerische Wiesen. Die betagten Opels wurden bei einer 12 %-igen Steigung zudem tüchtig gefordert und konnten sich auf dem Marktplatz in Allendorf von den Strapazen erholen. Dort erfolgte jedoch schon der erste Einsatz unseres „Lumpensammlers“ Dieter Schmidt. Ein Freund der Familie hatte diese Aufgabe übernommen. Bei Walter Schimmeyer, „Schimmy“ genannt, streikte der Motor und die erste Diagnose hieß: Zylinderkopfdichtung. Folglich wurde dieser Wagen vorzeitig zur Werkstatt von Uwe Eckhardt gebracht.
Auch hier in Allendorf erwartete uns um den Marktplatz mit seinem Brunnen und der Skulptur Rosa eine historische Fachwerkaltstadt. Ebenso sehenswert, bei der St. Crucis-Kirche, ein Kirch- und Bibelgarten, in dem ca. 120 in der Bibel erwähnten Pflanzen ausgewählt wurden, die im hessischen Klima gedeihen konnten. Die süße Versuchung dort hieß „Café Himmelspforte“ und lud ebenfalls zum Verweilen ein.
Weiter ging es und die kleine Karawane mit 24 Vorkriegsveteranen schlängelte sich Richtung Grandenborn, ins Frau Holle Land. Dort erwartete uns „Der Teichhof“, wo sich nicht nur Gaststätte und Hotel vereinen, sondern im Hofladen selbst hergestellte Wurst- und Schinkenwaren, Brot und Eingekochtes angeboten wurden. Wer die Herstellung der „Nordhessische Ahle Wurscht“ genauer kennenlernen wollte, erfuhr in einem Rundgang durch die Wurstküche, dass dieses Produkt in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird. Des Weiteren sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Hauptfaktoren bei der 3 – 12-monatige Reifung sowie das regelmäßige Abwaschen mit klarem Wasser, um Schimmelbildung zu vermeiden. In einer Vielzahl von Reiferäumen hingen die Würste in mehreren Etagen säuberlich aufgereiht, sortiert nach Erzeugungsdatum und Sorte. Ich hatte noch nie so viele auf einmal gesehen und alleine der Geruch machte Appetit. Der Hofladen hatte nach der Führung Hochkonjunktur!
Im Anschluss folgte eine traktorbetriebene Planwagenfahrt durch die Mohnfelder und den Blumenwiesen. Leider hatte die Blühsaison des Mohns zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen. Witterungsbedingt war die Aussaat erst im April erfolgt, dann bremste die Trockenheit das Wachstum der Pflanzen. Wir waren definitiv 10 Tage zu früh. Dessen ungeachtet hatte die Tour viel Spaß gemacht, sogar einem Fuchs sind wir begegnet.
Auf der Rückfahrt musste der fahrbare Untersatz von Alexander Kern ebenfalls den Service des Lumpensammlers in Anspruch nehmen. Auch er wurde zur Werkstatt von Uwe gebracht. Die Diagnose war nicht so eindeutig, vielleicht die Zündung. Auch unser „Bruno“ machte Mucken … In der Tiefgarage angekommen machte sich mein Mann direkt ans Werk der Fehlersuche. Männe Kliem half ihm dabei und der Makel konnte später lokalisiert werden: Der Übeltäter war der Vergaser. Zum Abendessen kamen die beiden dadurch etwas zu spät, aber bei dem angebotenen Buffet war da nicht so tragisch. Und für die Fachsimpeleien war immer noch genügend Zeit.
Freitag war erst mal Kultur angesagt. Die Rundtour führte uns anfänglich nach Altmorschen zum Kloster Haydau, was heute als Hotel und Tagungsstätte genutzt wird. Dort durften wir unsere Schätzchen im Klosterhof aufstellen, was natürlich viele Fotografen herbeilockte. Weiter ging es an Konnefeld vorbei erneut nach Rotenburg, diesmal direkt auf den geräumigen Hof des Landgrafenschlosses, welches heute als Landesfinanzschule genutzt wird. Dort wurden wir von 2 Stadtführern erwartet, die uns die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt erläuterten. Auch hier flog unseren Oldies die Aufmerksamkeit vieler Besucher zu.
Das nächste Ziel war nicht weit entfernt, der rustikale „Hof Hafermas Biergarten“ in Braach. Zwar Selbstbedienung, jedoch die Außentheke hielt nicht nur Getränke bereit, sondern auch kleine Speisen. Die Bratwurst vom Holzkohlegrill war der Renner. Für die Mitmenschen, die es lieber nicht so herzhaft mögen, war unsere nächste Station, der Inselteich im Wildecker Forst genau richtig. Dort gab es eine feine Auswahl an Blechkuchen nach Rezepten von „Oma Liesbeth“.
Auch dieser Tag war leider viel zu schnell vorbei und einige Opel-Kollegen verluden noch schnell ihre Oldtimer, bevor der letzte gemeinsame Abend startete. Diesmal hatten wir für das obligatorische Gruppenfoto die große Treppe der Hotelterrasse zur Verfügung, was als Auftakt wunderbar funktionierte. Andreas dankte nicht nur den Ausrichtern Elke und Uwe Eckhardt für das gelungene Treffen, auch Sohn Sven wurde für seinen Einsatz gewürdigt. Erfreulicherweise hatten sich Detlef Zeidler mit Tochter Ulrike Stohlmann erklärt, im kommenden Jahr unser Typengruppentreffen auszurichtenbereiterklärt. Am dritten Juni-Wochenende geht es nach Wanderup bei Tarp, zwischen Nord- und Ostsee, fast an die dänische Grenze. Ebenfalls wünschte er allen Teilnehmern eine unfallfreie Heimfahrt und ein gesundes Wiedersehen 2024.
Fazit: Nach dem Treffen ist vor dem Treffen. Wir freuen uns schon sehr.
Andreas *3031 und Ulrike *5478 Robert