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Das Titelfoto…

nach jedem Winter folgt auch wieder ein Frühling: Opel Kapitän-51, seit 1969 im Besitz von Eckhart Bartels.

Außerdem in Heft 246: 


Report:

Und ewig lockt der Zeichenstift - zum 90. Geburtstag von Erhard Schnell
übernommen aus der Opel-Post

Der Opel von Mozart
von Mattia Ferrari *782


Unterwegs:

Retro Classics Cologne 2017
von Axel Prietz *3867

Oldtimermessen 2017 in Wien und Salzburg
von Gerhard Wintersteiger *3610 und Jan Vetter *2000


Service:

Marktpreisspiegel von Classic Data

 

 

Auf die Homepage übernommene Themen:

Hebmüller - Wie es weitergehen sollte

von Eckhart Bartels *100

Der Weg eines Zuverlässigen nach Frankreich

von Andreas Konert * 4588

Wissenswertes über die Hauptscheinwerfer
des Rekord B und C

von Bernd Radau *2207

 

 

Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246

Ford Rheinland Pullman: Großvater Klaus Hebmüller mit Enkel



Hebmüller - wie es weitergehen sollte

Über die „Karosserie Hebmüller Söhne“ ist schon sehr viel veröffentlicht worden. Auch bei uns. Im Clubmagazin Nr. 229 zum Beispiel berichtete ich im Winter 2014/15 über 125 Jahre Hebmüller seit Gründung des Betriebs im Herbst des Jahres 1889. Es ist eine Geschichte, die damals noch nicht alles erzählt hat. Wir legen nach und begrüßen zuerst in unseren Reihen ein Mitglied der Familie Hebmüller als neues Mitglied der Alt-Opel IG e.V.: Herzlich willkommen Klaus Hebmüller, Mitgliedsnummer *4808, und 83 Jahre jung.

Christel und Klaus Hebmüller fahren jetzt einen Opel. Na klar, einen der äußerst seltenen Zweisitzer aus der Fabrik ihrer Vorfahren. Schon länger beobachteten wir einen vor Jahren restaurierten Hebmüller-Kapitän von 1939, der durch seine grelle Lackierung aber wenig Gegenliebe bekam. Erst über weitere Verkäufe bis an die Cote d‘Azur erreichte der Hebmüller-Kapitän endlich wieder das nördliche Rheinland. Dort wurde der Wagen nochmals restauriert und historisch korrekt aufgewertet. Er zählt jetzt als einer von zwei noch erhaltenen Exemplaren zu einer kleinen Familien-Sammlung von Hebmüller-Automobilen. Ihre Karosserien repräsentieren Firmengeschichte: Eine Pullman-Limousine Ford Rheinland Jahrgang 1934, ein Zweisitzer-Cabriolet der Baureihe Opel Kapitän von 1939 sowie ein Zweisitzer von 1949, ein „VW-Hebmüller“ eben.

Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246
Neu in der Hebmüller-Sammlung:
Kapitän-Hebmüller-Cabriolet
Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246 
Natürlich gehört ein VW-
Hebmüller auch zur Familie
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1928 ist man stolz auf 1.Preise bei

Schönheitskonkurrenzen. Hebmüller

empfiehlt sich als Hersteller der
„Ballonkarosserien D.R.P. Kellner“
sowie Sechssitzer-Karosserien auf
Chrysler und Buick

Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246 

Seltene Momentaufnahme in der

Hebmüller-Werkstatt 1939:

Aufbau einer Pullman-Limousine

mit großem Schiebedach

 

















Blick in die Geschichte:


Joseph Hebmüller wird am 29.September 1865 in Osznaggern (Gumbinnen) im nördlichsten Teil von Ostpreußen geboren. Der Bauernhof in Erbfolge steht ihm nicht zu. Er lernt den Beruf eines Stellmachers und findet eine Anstellung im Bergischen Land, weit weg von seiner Heimat. Er arbeitet bei verschiedenen Wagenbauern, zuletzt bei der Firma Sauer in Barmen. Als diese Konkurs anmelden muss, investiert der junge Joseph im Alter von 24 Jahren seine Erbschaft in Höhe von 600 Silbertalern und übernimmt den eingeführten Betrieb in Barmen Oberdörner Straße am 15.Oktober 1889.

Zunächst baut der neue Firmeninhaber Hebmüller weiterhin Pferdekutschen und Pferdewagen für Bauern und Handwerker. Sein Betrieb floriert. Ein Umzug in neue Räumlichkeiten in die Gasstraße 52 dokumentiert die positive Entwicklung. Zwölf Mann arbeiten zu jener Zeit in der Firma, die inzwischen ein stattlicher Familienbetrieb geworden ist. Nach der Heirat 1889 werden alsbald auch die vier Söhne entsprechend ausgebildet: Joseph der Jüngere ist Stellmacher, Emil ist Wagenschmied, Paul leitet den kaufmännischen Teil und Erich ist für die Sattlerarbeiten zuständig.

Noch vor dem Weltkrieg bieten auch die Hebmüllers erste Automobilaufbauten an. 1919 stirbt der Firmengründer, und die Hebmüller Söhne müssen ihre besonderen Fähigkeiten einsetzen, um die schwierigen Nachkriegsjahre zu überstehen. Mit eigenen Entwürfen praktischer Aufbauten für Kraftwagen setzen sie besondere Akzente. 1924 ist der Durchbruch erreicht, ein zusätzliches Betriebsgelände in Wülfrath an der Tönisheiderstraße wird von den ehemaligen Körting-Automobilwerken erworben. Das neue Werk II wird damit die Hauptproduktionsstätte neben dem bisherigen Standort in Barmen, das jetzt nur noch Reparaturaufträge annimmt.

Werk II baut Automobil-Karosserien nach Wunsch. Das sichert eine entsprechende Auslastung bei schwierigen Marktverhältnissen. Nach Ende der wirtschaftlichen Depression Anfang der dreißiger Jahre kommen wieder Werksaufträge von Hanomag, Borgward oder Ford. 1936 erfolgt die notwendige Erweiterung für Holzbearbeitung und -lagerung im Werk III in der Wülfrather Schulstraße.

Ein Hebmüller-Patent für ein versenkbares Cabriolet-Verdeck macht den Namen Hebmüller weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannt. Damit wird es Zeit, die Bühne der Internationalen Automobil und Motorrad Ausstellung (IAMA) in Berlin zu betreten. Die Marke Hebmüller ist erstmals 1937 Aussteller und präsentiert dort neue Karosserieentwürfe der Hebmüller Brüder Paul und Erich, die zusammen mit den Mitarbeitern Rappold und Lützenkirchen entwickelt worden sind. Eugen Rappold beginnt 1935 als Karosseriebaumeister und wird bald Leiter der Konstruktionsabteilung. Er zeichnet insbesondere für die Aufnahme von Kleinserien auf Hanomag- und Opel-Fahrgestellen verantwortlich. Ein Jahr später folgt der gelernte Gebrauchsgrafiker und Formgestalter Werner Lützenkirchen. Seine grafischen Ideen für Karosserielinien im „Art-dèco-Design“ prägen spätestens ab 1938 so manchen Karosserieentwurf und dazugehörigen Prospekt der Firma „Karosserie Hebmüller Söhne“. Der Erfolg der offenen Hebmüller-Karosserien am Markt führt auch zu Vereinbarungen mit der Adam Opel AG. Hebmüller wird zugestanden, seine Kleinserien direkt an Kunden über die Opel-Händlerorganisation zu verkaufen. Kleinserien für Super 6, Admiral und Kapitän erfreuen sich wachsender Nachfrage.

Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246
Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246
Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246
Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246

Hebmüllers beste Verkaufsgrafiken:
Vom Super 6 über Admiral bis Kapitän.
Letzterer war ein Angebot für
eine Variation des Kapitän-50










Zweimal Wiederaufbau:

Mit Kriegsbeginn sind bei Hebmüller nur noch Rüstungsgüter zu produzieren. 1943 wird das Werk I bei einem Luftangriff total zerstört, Werk II muss schwere Schäden kurz vor Kriegsende hinnehmen. Beide Werke werden mühevoll wieder aufgebaut. Die britische Besatzungsmacht bestimmt die Hebmüller-Betriebe als „Provincial Heavy Workshop“ für die Instandsetzung ihrer eigenen Militärfahrzeuge. Nach der Währungsreform kommen zivile Aufträge u.a. auch kleine Serien für Lastwagenaufbauten auf Opel-Blitz. Den eigentlichen Aufschwung bringt jedoch der VW-Auftrag für zweisitzige Cabriolets. Eine Option auf 2000 Fahrzeuge.

Ein normaler Anfang – dann das Unfassbare: An einem Samstag dem 23. Juli 1949 vernichtet ein Großfeuer das komplette Werk mit allen notwendigen Einrichtungen. Das Großfeuer erfordert einen zweiten Neuanfang. Der beginnt schon wenige Tage später. Die Familie Hebmüller hatte im Vertrauen auf Versicherungen, Kreditinstitute und Landespolitik sofort viel Kapital in den Wiederaufbau investiert. Keinesfalls wollte man die gerade erst gewonnenen Kunden verlieren, darunter Großabnehmer wie Volkswagen in Wolfsburg, DKW in Düsseldorf und Vidal-Tempo in Hamburg.

Doch VW geht es nicht schnell genug, der Auftrag wird gekündigt. Die Banken ziehen nach trotz gefüllter Auftragsbücher. Das Ende kommt unausweichlich mit den nicht eingelösten Zusagen der Landesregierung von NRW. Die Betriebsschließung im Mai 1952 führt zum Verlust von über 700 Arbeitsplätzen. Damit ist auch der heute so begehrte VW-Hebmüller nach 684 Exemplaren Vergangenheit. Trauriges Ende für die traditionsreiche Firma Joseph Hebmüller Söhne.

Ventidach – die unbekannte Geschichte:

Die Familie will nicht aufgeben: Kurz vor der Schließung hatte Erich Hebmüller von der holländischen Firma Coenen einen Lizenzvertrag für ein modernes Stahlschiebedach erworben. Das sollte ein zusätzliches Hebmüller-Angebot für Neuwagen oder auch ein gutes Nachrüstgeschäft werden. Stahlschiebedächer kannte man nur in England als „System Weathershield“. In Deutschland verwendete man Stoffschiebedächer, die bei Spezialanbietern wie Golde oder Webasto über die Vermittlung der Händlerbetriebe zum Einbau kamen. Mit diesem Angebot wollten die Söhne weitermachen: Die Lizenz übernahm Siegfried Hebmüller, Sohn vom Emil. Er gründete im August 1952 die Firma Hebmüller Ventidach-Ges.m.b.H. in Wuppertal, an der alle vier Stämme der Hebmüller Brüder beteiligt waren. Emil führte die Geschäfte, Paul und Erich den Vertrieb und Herbert, Sohn vom Joseph, arbeitete in der Werkstatt im ehemaligen Stammwerk in Wuppertal-Barmen. Weitere Einbauwerkstätten für das „System Ventidach“ wollte man in der Bundesrepublik suchen und verpflichten.

Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246


Alt-Opel IG Hebmüller Heft 246

re. u. li.: Hebmüller Ventidach,
Werbeblatt von 1953



Man mietete sich eine Werkhalle in der Barmer Oberdenkmalstrasse und begann zunächst mit zwei ehemaligen Karosserieschlossern. Mit Bedacht wurden die ersten Maschinen angeschafft und alle Aggregate für den Schiebedachbau einzeln oder in Gruppen von fünf bis zehn Elementen praktisch in Handarbeit angefertigt. Auch Emil Hebmüller arbeitete ganztägig in der Werkstatt, während Paul und Erich neben ihren normalen Tagesberufen Kunden und Einbauwerkstätten für den angestrebten bundesweiten Durchbruch akquirierten.

Die serienreifen Prototypen wurden mehreren Automobilherstellern vorgestellt und auch bei Musterfahrzeugen von Mercedes und Borgward vor Ort eingebaut. Auch für Fahrzeugkabinen von Nutzfahrzeugen entwickelte man Stahlschiebedächer, die bei Speditionen und Kommunen auf großes Interesse stießen. Trotz aller Bemühungen und erkennbaren Erfolgen fehlte es aber an Aufträgen zur Serienfertigung und schließlich auch an notwendigen Investitionen. Nur das Nachrüstgeschäft mit Stahlschiebedächern entwickelte sich hoffnungsvoll und erreichte zeitweilig über 100 Dacheinbauten monatlich.

Mit zunehmenden Marktinteresse an Stahlschiebedächern begann auch der Wettbewerb zu handeln: Golde wählte die Lizenz von Weathershield und Webasto entwickelte eine eigene Lösung. Ende der 1950er Jahre ebbte die Nachfrage für Hebmüller-Ventidach ab. Mit Erreichen der Altersgrenze zog sich Emil Hebmüller zurück und überließ den Betrieb einem Mitarbeiter. Anfang der 1960er Jahre wurde die Firma Ventidach GmbH in Wuppertal-Barmen gelöscht. Bemerkenswert ist, dass bereits Mitte der 1950 Jahre bei Hebmüller ein Vorläufer des heute so begehrten Windschotts für Cabriolets entwickelt worden war: Das „Rü-Wi-Fa“. Das „Rücken-Wind-Fang“ bestand aus einem U-Profilrahmen mit Plexiglasscheibe, aufgestellt auf zwei Füssen hinter den Vordersitzen. Es erfüllte vortrefflich seine Aufgabe, doch das Cabriolet war bereits am Aussterben, die Nachfrage blieb aus.

Bleibt noch ein Blick auf die anderen zwei Hebmüller-Werksstandorte. Das Stammwerk Barmen wurde als Reparaturbetrieb „Hebmüller Karosserie, Inh. Herbert Hebmüller“ weitergeführt. Das nach dem Brand neu errichtete Werk in Wülfrath setzte als Tochter von Vidal-Tempo als „Karosseriewerk Wülfrath GmbH“ für weitere drei Jahre den Betrieb fort, da eine nicht geringe Anzahl an Matador-Fahrzeugen bestellt und geliefert werden sollten. Mit Auslauf der Nachfrage bei Tempo übernahmen 1956 die Ford Werke AG die ehemaligen Hebmüller-Hallen zur Produktion von Schmiede-, Press- und Holzteilen und verdoppelten bis 1986 die Betriebsfläche, auf der nach der Neuordnung der Ford-Produktion nur noch Lenkungen, Achsschenkel und Schwenklager hergestellt wurden. Im Werk III entstehen eine Zeit lang die bekannten Pucky Kinderroller und Dreiräder. Zumindest diese kleinen Fahrzeuge haben ebenso wie die großen Hebmüller-Cabriolets so manche Generation begeistert.

Eckhart Bartels *100


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Alt-Opel IG Frankreich Heft 246Der Weg eines Zuverlässigen nach Frankreich

Die Geschichte begann im Frühjahr 2016. Mein Computer auf Rädern (Ford Focus) „muckte“ mal wieder. Er blieb unverhofft stehen. Für viel Geld wurden in der Fachwerkstatt Fehler mehrfach ausgelesen und „wahllos“ Teile nach dem Versuch und Irrtum-Prinzip getauscht. Irgendwo zwischen oder in den Millionen Programmierungszeilen war ein Fehler. Der Abhängigkeit und dieser Strategie überdrüssig, entschloss ich mich nach intensiver Recherche im Mai 2016 zum Kauf eines reparaturbedürftigen Rekord B. In dem Projekt, den Wagen alltagstauglich wieder auf die Straße zu bekommen, inbegriffen war die Bereitschaft und Notwendigkeit möglichst viel selbst Hand anzulegen und zu lernen. Ich wurde Mitglied in der AOIG, und Winfried Leweling (Co-Typ-Referent) wurde mir in den folgenden Monaten (bis heute) ein wichtiger und kompetenter Partner!

Es warteten zahlreiche „Überraschungen“ und es vergingen seitdem nur wenige Tage, an denen ich nicht irgendwie meinem Rekord befasst war.

Die vermeintliche Zielankunft, erfolgreiche TÜV-Abnahme, musste mehrfach verschoben werden. Im Juli 2017 war es dann tatsächlich geschafft. In der täglichen Nutzung taten sich aber schnell weitere „Baustellen“ auf und ich lernte, dass auch in solchen Angelegenheiten eher der Weg das Ziel ist.

Im August kulminierten die Ereignisse. Der Ford ließ sich gar nicht mehr reparieren und bei meinem Rekord sprang plötzlich immer wieder während der Beschleunigung oder Fahrt spontan der 4. Gang raus. Zwei Reparaturversuchen des Getriebes brachten leider keine Besserung[1].

Alt-Opel IG Frankreich Heft 246
Alt-Opel IG Frankreich Heft 246
Alt-Opel IG Frankreich Heft 246
Alt-Opel IG Frankreich Heft 246

Die jährliche Urlaubsfahrt stand unmittelbar bevor und wir (meine Liebste und ich) entschlossen uns, trotz der wenigen Praxiskilometern, mit dem Rekord zu fahren. Mit Hilfe der „improvisierten Russland-Methode“ (Fixierung des Schalthebels mit einem Spanngummi bei der Fahrt im 4. Gang) und einem Kofferraum voller Werkzeug, Material und Teile ging es los.

Wir fuhren durch die Regionen: Normandie, Bretagne, Poitou-Charentes, Pays-de-la-Loire, Centre, Ile-de-France und Champangne-Ardenne. Die anfängliche Spannung und Unsicherheit wichen einem zunehmenden besonderen Reisegefühl. Auch mein Wagen machte dem Ruf des Opels, als „der Zuverlässige“ alle Ehre. Ohne nennenswerte „technische Vorkommnisse“ legten wir fast 3300 Kilometer zurück und hatten einen wunderbaren Urlaub!

Der Zuspruch und die Anerkennung für meinen Wagen waren in Frankreich noch um ein Vielfaches größer und herzlicher als in Deutschland.

Allein die Reaktionen von den unterschiedlichsten Menschen auf historische Fahrzeuge wären einen eigenen Betrag wert, zu dem sicher jede Leserin und jeder Leser Einiges beitragen könnte.

Andreas Konert *4588

 


[1] Das Phänomen trat nach jedem Versuch nach etwa 100 – 200 km ohne Probleme wieder auf. Es liegt wohl an den „Gleitsteinen“!?


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Wissenswertes über die Hauptscheinwerfer des Rekord B und C

Es werde Licht:


Die Hauptscheinwerfer der Rekord B und C sowie des Commodore A bestechen nicht gerade durch eine überdurchschnittliche Lichtausbeute. Werksseitig wurden die Autos mit 45/40 Watt Bilux-Beleuchtung bestückt. Wer etwas mehr Licht wünschte konnte seinen C Rekord mit den modernen 60/55 Watt H4 Scheinwerfern bestücken welche schon deutlich mehr Licht boten. Zudem sind die Scheinwerfer vom schnellen Verfall bedroht. Feuchtigkeit welche in die Scheinwerferkästen eindringt kann nur sehr schwer entweichen. Deshalb wurde schon kurz nach dem Erscheinen des C-Rekord eine Technische Information von Opel an die Werkstätten verschickt in welcher das Bohren eines 6 mm Lochs auf der Rückseite der Scheinwerferkästen empfohlen wird um die Scheinwerfer besser zu belüften. Tatsächlich ist meist eine schadhafte Dichtung oder ein undichter Scheinwerferkasten der Grund für das Feuchtbiotop. Aber egal aus welchem Grund Feuchtigkeit in die Scheinwerferkästen gelangt, sie sorgt dort für eine zügige Auflösung der aufgedampften Verspiegelung des Reflektors. So war es früher fast schon normal dass vor jeder Hauptuntersuchung die Reflektoren erneuert werden mussten. Mit zunehmendem Alter wurden dann auch die Blecheinfassungen der Scheinwerfergläser und die Lampentöpfe selbst vom Gammel angegriffen. Heute fährt kaum noch ein C-Rekord mit den ersten Scheinwerfern herum. Zum Glück wurden die Scheinwerfer in ähnlicher Ausführung auch in anderen Fahrzeugen verbaut. Durch diesen Umstand kann man halbwegs passende Scheinwerfer heute noch neu im KFZ-Zubehör kaufen. Allerdings wurden in der nun fast fünfzigjährigen Bauzeit diverse Änderungen an den Scheinwerfern vorgenommen. Dieser Artikel soll erklären welche Scheinwerfer original sind und die gängigen Umrüstmöglichkeiten aufzuzeigen.

Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246
Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246
re. u.li.: Auf den ersten Blick gleich.
Die Scheinwerfer von
Rekord B und C
















Original immer Bosch.


Ab Werk wurden alle B und C-Rekorde und alle Commodore A nur mit Scheinwerfern des Zulieferers Bosch ausgestattet. Ein neuer Scheinwerfer besteht
beim Kauf aus zwei Teilen:
• Dem verspiegelten Reflektor
• Dem Glas, bzw. der „Streuscheibe“ mit dem umgebenden Blech-Einbaurahmen
Außerdem gehört zum kompletten einbaufertigen Scheinwerfer noch die Alu-Zierblende die den Blechrahmen um die Streuscheibe abdeckt und der
Leuchtmittelhalter der die Glühlampe im Reflektor hält. Der original gelb-chromatierte, oder verzinkte Rahmen und das Glas sind mit einer Dichtung verpresst und lassen sich kaum zerstörungsfrei voneinander trennen. Originale Scheinwerfergläser besitzen eine außen um des Glas verlaufende schwarze Gummilippe zur Abdichtung gegen den Zierrahmen.

Unterschiede Rekord B zu Rekord C:

Die originalen Bilux-Streuscheiben sind beim B-Rekord gleichmäßig leicht konvex gewölbt. Der C-Rekord besitzt glatte Gläser die im oberen Drittel einen deutlichen horizontalen Knick haben. An diesem Merkmal lassen sich die Gläser am einfachsten unterscheiden. Zudem sind die Blechrahmen der Scheinwerfergläser und die Alu-Zierblenden beim Rekord B schmaler als beim Rekord C. Deshalb passen die Gläser und Zierblenden des C-Rekords nur sehr bedingt beim B-Rekord. Umgekehrt passen zwar die Gläser und Zierrahmen des B Rekord auf den C-Rekord, allerdings bleibt dann um die Zierrahmen herum ein Streifen Blech des Scheinwerfertopfes sichtbar was etwas doof aussieht. Die Bilux-Reflektoren sind bei Rekord B und C baugleich.
Die optionalen H4-Scheinwerfer besitzen immer eine gleichmäßig leicht konvex gewölbte Streuscheibe in deren Mitte ein „H4“ in das Glas eingeprägt ist. Der zugehörige H4-Reflektor besitzt natürlich auch eine entsprechende Aufnahme für das Halogen-Leuchtmittel. Der Gegenhalter der das Leuchtmittel im Reflektor hält ist auch H4-typisch, was bei einer Umrüstung oft vergessen wird.

Unerlaubt:

 

Unerlaubt aber möglich ist der Austausch der Reflektoren. Ein H4-Reflektor passt hinter ein Bilux-Glas und umgekehrt passt es ebenso.
Unerlaubt ist außerdem die Verwendung von H4-Leuchtmitteln mit Bilux-Sockel in Bilux-Scheinwerfern. Diese Lampen werden aber überall im Zubehör
angeboten und sie verbessern die Lichtausbeute deutlich.

 

Aftermarket:


Neben den oben beschriebenen originalen Bosch-Scheinwerfern wurden schon früh Scheinwerfer des Herstellers Hella angeboten die sich nur in Details von den Bosch Scheinwerfern unterscheiden. Hella Scheinwerfergläser mit dem typischen C-Rekord-Knick im Glas hab ich aber noch nie gesehen. Bei frühen Exemplaren sind sogar die Reflektoren von Bosch und Hella untereinander austauschbar. Bosch und Hella Scheinwerfer wurden noch viele Jahre weiter produziert wobei sich immer wieder Details geändert haben.

Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246
Gammelige Scheinwerfer sind
keine
Seltenheit.
Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246 
Original Rekord C
glattes Glas mit
horizontalem Knick.
Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246 
Bosch H4-Scheinwerfer
mit konvexem Glas
und H4 Einprägung

Bei den Bosch Scheinwerfern gab es bald einen vereinfachten Alu-Zierrahmen ohne schwarze Teillackierung der unpassend an unseren Fahrzeugen aussieht. Während Bosch die Produktion irgendwann eingestellt hat, sind die Hella Scheinwerfer heute noch neu erhältlich. Am auffälligsten ist, das die Hella Scheinwerfer einen silbern lackierten Blechrahmen besitzen der den Alu-Zierrahmen überflüssig macht. Von den Bosch Scheinwerfern die nach der C-Rekord-Bauzeit produziert wurden sind mir mindestens sechs unterschiedliche Ausführungen bekannt. Von den Hella Scheinwerfern mindestens drei. Beide Hersteller lieferten parallel Bilux sowie H4 Scheinwerfer.
Wer mit der Optik der späten Versionen Leben kann, für den sind diese moderneren Scheinwerfer eine Alternative zu den selteneren und teureren Originalscheinwerfern und passen auch beim B-Rekord. Da nicht alle Scheinwerfergläser und Reflektoren miteinander kombinierbar sind sollte man im Zweifel nur komplette Scheinwerfer kaufen.

 

Gebraucht und Ebay:


Das Angebot ist nicht üppig, aber es finden sich immer noch neue originale Scheinwerferteile. Wer sich Gebrauchtteile kaufen möchte, dem sei geraten sich die Teile vorher genau anzusehen. Rund 90% der angebotenen gebrauchten Reflektoren halte ich für unbrauchbar. Bei den Gläsern beträgt der unbrauchbare Anteil mindestens 50%. Blanke Streuscheiben ohne Blechrahmen halte ich auch für unbrauchbar. Vorsicht bei Käufen aus der Bucht. Viele Scheinwerfer, oder Teile davon, die als „original C-Rekord“ angeboten werden sind es nicht. Mit der obenstehenden Beschreibung sollte aber jetzt ein Jeder für sich entscheiden können was er braucht.

Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246
Original Rekord B mit
konvexem Glas und mit
schmalerem Abdeckrahmen
Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246
Aftermarket Bilux Hella
Scheinwerfer. Glas entspricht
einem Rekord B.

Alt-Opel IG Rekord B/C Heft 246 
Lackierter Rahmen, andere
Reflektorbefestigung

 












Noch was!


Beim B und C-Rekord wird der Strom für die Scheinwerfer direkt über den Lichtschalter geleitet. Wer die Leistung der Scheinwerfer durch Leuchtmittel mit höherer Wattzahl steigert riskiert verbrannte Kontakte im Lichtschalter und glühende Kabel. Ich kann also nur dringend empfehlen im Fall der Leistungssteigerung der Lichtanlage auf eine Schaltung über ein Relais umzurüsten.



Gruß Bernd Radau *2207


 

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