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Typ-Referent Fahrräder 

 

Detlev Ilchmann

Egestorfer Strasse 33

30890 Barsinghausen

 

   ilchmann@alt-opel.eu

 

 
Telefon: 05105-1700

Fax:  05105-775179

   
        2. Fahrradausfahrt 9.September 2012

 


 

   Erstes Opel ZR3 – Rennrad - Treffen in Rüsselsheim


ZR 3“ war der Name des Zeppelins der,

in Deutschland gebaut, 1924 als erstes Luftschiff überhaupt den Atlantik von Europa nach USA überquerte. ZR stand dabei für Zeppelin Rigid (rigid = starr).


Luftschiffe und die noch junge Luftfahrt überhaupt, beherrschten in jenen Jahren das Interesse der Öffentlichkeit. Kein Wunder also, dass der größte Fahrradproduzent der Welt - die Opel-Werke in Rüsselsheim – ihre Profi-Radrennmaschinen nach diesem Luftschiff benannten und später sogar Kühlerhauben und Schutzbleche ihrer Fahrzeuge mit stilisierte Zeppelinen verzierten. 

 

  Die stärksten Fahrer Europas fahren ZR 3


Opel leistet sich in den 20er Jahren sogar den Luxus eines eigenen Werksrennstalles und verpflichtet hierfür die besten Radrennfahrer Europas. Bereits 1925, als die französische Besatzung vorüber ist, ergreift das Unternehmen die Initiative, deutsche und ausländische Radrennfahrer wieder im In- und Ausland starten zu lassen. Wo immer die gelbe Opel-Mannschaft erscheint, fallen ihr die Siege zu. So auch bei den internationalen Straßenrennen „Rund um Zürich“, „Bern-Genf“ oder „Zürich-Chaux de fonds“.  

Das bedeutendste Ereignis, das Opel mit

den gelben ZR3-Rennmaschinen für sich

 

entscheiden kann, ist die im August 1925

in Amsterdam ausgetragene Steher-Weltmeisterschaft. Der Franzose Robert Grassin geht als überlegener Sieger hervor und erringt damit den höchsten Titel im Radsport. In ganz Europa eilt er nun von Sieg zu Sieg. Berlin, Brüssel, Paris, Marsaille - wo er auftaucht, ist er unschlagbar.


1926 gelingt es den Rüsselsheimern, noch weitere Spitzenfahrer Europas für die Werksmannschaft zu verpflichten. Unter ihnen die Belgier Jules van Hevel, Philippe Maurice Ville, die italienischen Favoriten Gaetano Belloni und A. Zanaga.
Und neben

 

 

 

 Zufrieden: Selbst Firmengründer Adam Opel scheint zu lächeln, nachdem sich ein gutes Dutzend Besitzer mit ihren

 historischen ZR3- Rennrädern zu seinen Füßen aufgestellt haben.

 

dem Straßenmatador Gaj, den Schweizer Lehner, den moralischen Sieger der Amateur-Weltmeisterschaft des letzten Jahres, um nur einige zu nennen.


Mit achtzehn fest engagierten deutschen und ausländischen Straßenfahrern hat Opel die bisher größte Werksmannschaft in der Unternehmensgeschichte zusammengestellt. Dieses überaus erfolgreiche Team wird noch von den großen Bahnfahrern dieser Zeit, Robert Grassin, Weltmeister 1925/26, Jaap Meyer, Sprint-Weltmeister 1925/26 sowie Jean Rosellen, Jean Weiss und dem Steher-Weltmeister von 1928 und 1931, Walter Sawall, unterstützt. 

Auch der Aufsehen erregende Weltrekord, bei dem der Belgier Leon Vanderstuyft im September 1928 auf der Autorennbahn
 

Monthlery bei Paris in einer Stunde 122,771 Kilometer zurücklegt, wird mit einem Opel ZR3 aufgestellt.

Ein Weltrekord, der noch Jahrzehnte Bestand haben sollte und bei dem hinter einem Steher-Motorrad Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 125 km/h erreicht wurden.  


Berühmte Rennmaschinen kommen

nach Rüsselsheim

 

Erstmals taucht das ZR3-Modell im Opel-Fahrrad-Katalog von 1927 auf. Es sind

jedoch Exemplare bekannt, die aufgrund

ihrer Rahmennummer bereits auf einen Fertigungszeitraum um 1925/26 schließen lassen. Die meisten Exemplare sind im Bereich des Kettenrades mit speziellen Kettenölern ausgestattet, bei denen über ein dünnes, schwenkbares Stahlröhrchen tropfenweise Öl auf die Kette gelangt. Das  

 

Sattelrohr dient in diesem Fall als Öl-Reservoir.  

Ab 1934 erfährt das ZR3 eine wesentliche konstruktive Änderung: Es erhält einen neuen, aus dünnen, parallel nebeneinander angeordneten Rohren bestehenden Rahmen, mit dem sich das Gewicht des Rades von ca. 12 auf 11 Kilogramm reduzieren lässt. Dieses Modell „Doppelstabil“ wird bis zum Verkauf der Opel-Fahrrad-Produktion an NSU im Frühjahr 1937 produziert.

 

Anlässlich seines 120-jährigen Bestehens lud der Rüsselsheimer Radsport-Verein „RV 1888 Opel“ die Besitzer noch existierender

ZR3-Rennmaschinen zu einem Treffen in die Opel-Stadt ein. Rund ein Dutzend Oldtimer-

Freunde trafen sich daraufhin Anfang Juni mit ihren rund 80 Jahre alten Rädern dort, wo diese eins hergestellt wurden.

 
 

 

 Gut abgehangen: Historische Opel-Fahrräder warten im Werk auf ihre Restaurierung.

 

Die Opel-Werke sorgten für einen entsprech-enden Empfang, zu dem eine Tour auf den historischen Rädern durch das Werk ebenso gehörte wie eine Besichtigung der betriebseigenen Oldtimer-Werkstatt mit

anschließendem Imbiss.

 

Nachmittags folgte ein Presse- und Fototermin in der Stadt vor dem gewaltigen Denkmal des Firmengründers Adam Opel.  

 

Krönender Abschluss und zweifellos einer der Höhepunkte der Veranstaltung war dann am nächsten Tag die von unserem VFV-Mitglied und Leiter des Oldtimerbereichs RV 1888 Opel Wolfgang Fickus organisierte Ausfahrt, an der die Teilnehmer wie vor 80 Jahren einheitlich in gelb-schwarzen, vom Verein gesponserten Trikots noch einmal an den Start gingen.

Im Rahmen einer Rad-Touristik-Fahrt galt es,

  eine 42 Kilometer lange Etappe zu bewältigen. Mit Rennrädern, deren Reifen noch auf Holzfelgen geklebt sind, die zum Teil über Furcht erregende, marternde Sattelkonstruktionen verfügen und für die das Wort Gangschaltung noch ein Fremdwort war.  

                         Text: Jürgen Nöll *3500
                         Fotos: M. Powalka,  J. Nöll

 
   

 

 Fachmann: H.H. Zettl, Leiter der Opel Classic, präsentiert einen

 Teil der rund 350 Oldtimer des Unternehmens.

 

 Trinkflaschenkörbe mit Opelauge und eine gelb-schwarze Lackierung

 kennzeichnen „Das Rad der traditionellen Sieger“.

   

 

 ZR3-Steuerkopfschild.

 

Furchterregende, marternde Sattel-Konstruktionen.

   

 

 Die Opel-Werksmannschaft der 20er Jahre….

 
 

 

 …und heute! VFV-Mann Wolfgang Fickus, Fachwart der Abt. hist. Fahrräder im RV 1888 Opel (li.) organisierte das Treffen.

 
 

 

Beschreibung der ZR 3 Technik.

 
 

 

 Ab 1933 erfährt das ZR3 eine wesentliche konstruktive Änderung: Es erhält einen neuen, aus dünnen, parallel nebeneinander

 angeordneten Rohren bestehenden Rahmen.

 

 

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